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Familienrecht

Familienrecht

Wir sind als Rechtsanwälte seit über 10 Jahren im Familienrecht spezialisiert. Wir sind Fachanwälte im Familienrecht sowie im Arbeitsrecht und Erbrecht. Wir beraten Sie auf dem Gebiet des Familienrechts insbesondere zu folgenden Themen und vertreten Sie vor den jeweiligen Familiengerichten:

Beratung und anwaltliche Vertretung

Trennung und Trennungsfolgen, Ehescheidung, Versorgungsausgleich, Zugewinnausgleich (Güterrecht), Vermögensauseinandersetzung, Eheverträge, Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarungen

Trennungsunterhalt, Nachehelicher Unterhalt, Kindesunterhalt

Durchsetzung und Abwehr von Ansprüchen (Einkommensauskunft, Belegvorlage, Zahlungsansprüche), Berechnung von Unterhalt, Vertretung im Unterhaltsprozess, Vertretung in Eilverfahren (Einstweilige Anordnung)

Regelungen nach Trennung oder Scheidung

Einvernehmliche Lösungen, Teilungsversteigerung, Immobilienbewertungen, Nutzungsentschädigung, Aufteilung der Darlehenstilgung / Schuldhaftungsentlassung

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Erstberatung 30 €

Trennung, Scheidung und Scheidungsfolgen

Beratung zu allen trennungs- und scheidungsrechtlichen Themen, wie z.B. Folgen der Trennung (z.B. Trennungs- und Kindesunterhalt, Aufenthalt von Kindern, Wohnungsnutzung, Durchführung einer Vermögensauseinandersetzung insbesondere Regelung der Zukunft der Eheimmobilie und gemeinsamer Darlehen, Aufteilung der Bankkonten, gemeinsame / getrennte steuerliche Veranlagung etc.), Beratung zu den Scheidungsvoraussetzungen (Scheitern der Ehe, Trennungsjahr, Folgesachen), Scheidungsfolgen (Zugewinnausgleich, nachehelicher Unterhalt, Berechnung von Unterhaltsansprüchen, Erläuterung des Versorgungsausgleichs, d.h. Ausgleich der Rentenansprüche, Zuweisung der Ehewohnung etc.), Erläuterung des gerichtlichen Scheidungsverfahrens und der gesetzlichen Kosten und Gebühren sowie der Möglichkeiten der Verfahrenskostenhilfe (VKH) u.v.m.

Minimale Scheidungskosten

Abrechnung nach Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG)

Unsere Kanzlei rechnet nach RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) ab. Aufgrund des gesetzlichen Verbots der Unterschreitung der durch das RVG vorgesehenen Gebühren ist eine kostengünstigere Scheidung nicht möglich. Unseriöse Anbieter bieten teils vermeintlich günstigere Scheidungen an, können dieses Versprechen jedoch letztlich nicht einhalten.

Aktuelle Infos Familienrecht

Die Beträge für den Kindesunterhalt steigen zum 1. Januar 2017. Das OLG Düsseldorf hat die maßgebliche Düsseldorfer Tabelle aktualisiert. Bei einem Monatseinkommen von bis zu 1500,00 Euro ergeben sich nach der Tabelle in Abhängigkeit vom Kindesalter monatliche Unterhaltszahlungen in folgender Höhe: 0-5 Jahre: 342,00 Euro 6-11 Jahre: 393,00 Euro 12-17 Jahre: 460,00 Euro ab 18 Jahren: 527,00 Euro. Die vollständige Tabelle kann unter diesem Link abgerufen werden: www.olg-duesseldorf.nrw.de/…/Tabelle-ab-01_01_2017/index.php Die Düsseldorfer Tabelle ist eine Leitlinie, die zur Ermittlung des Kindesunterhalts genutzt wird. Sie wird immer Mehr lesen

In Zeiten, in denen häufig beide Elternteile berufstätig sind, gewinnen sogenannte Wechselmodelle, bei dem gemeinsame Kinder von beiden getrennt lebenden Elternteilen im regelmäßigen Wechsel betreut werden, zunehmend an Bedeutung. Diese Regelung muss jedoch stets einvernehmlich erfolgen. So weist das Oberlandesgericht Jena darauf hin, dass eine gerichtliche Anordnung eines paritätischen Wechselmodells gegen den Willen eines Elternteils im Gesetz keine Rechtsgrundlage findet und daher nicht möglich ist. Beschluss des OLG Jena vom 12.09.2016 4 UF 678/15   Beachten Sie bitte die gegenteilige Mehr lesen

Getrennt lebende Eltern, denen die elterliche Sorge für ihr Kind gemeinsam zusteht, haben Entscheidungen in Angelegenheiten, deren Regelung für das Kind von erheblicher Bedeutung ist, im gegenseitigen Einvernehmen zu treffen. Der Elternteil, bei dem sich das Kind mit Einwilligung des anderen Elternteils oder aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung gewöhnlich aufhält, hat hingegen die Befugnis zur alleinigen Entscheidung in Angelegenheiten des täglichen Lebens. Das sind in der Regel solche, die häufig vorkommen und die keine schwer abzuändernden Mehr lesen

Eine Prozesspartei, die nach ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen die Kosten der Prozessführung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kann, erhält auf Antrag Verfahrenskostenhilfe (früher Prozesskostenhilfe), wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint. Bei der Bedürftigkeitsprüfung sind auch Unterhaltsleistungen vom Einkommen abzusetzen, die aufgrund einer sittlichen Pflicht oder einer auf den Anstand beruhenden Rücksichtnahme erbracht werden. Hierzu gehört nach Auffassung des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg auch Mehr lesen

Entstehen einem Steuerpflichtigen Aufwendungen für den Unterhalt und eine etwaige Berufsausbildung einer ihm oder seinem Ehegatten gegenüber gesetzlich unterhaltsberechtigten Person, so wird gemäß § 33a Abs. 1 EStG auf Antrag die Einkommensteuer dadurch ermäßigt, dass Aufwendungen bis zu 8.652 Euro im Kalenderjahr vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden. Voraussetzung ist hierfür insbesondere, dass dem Leistenden nach Abzug der Unterhaltsleistungen noch angemessene Mittel zur Bestreitung des eigenen Lebensbedarfs verbleiben (sog. Opfergrenze). Insbesondere bei Freiberuflern unterliegen die Einkünfte Mehr lesen

Wird ein gemeinsames Kind getrenntlebender Eltern von diesen einvernehmlich im regelmäßigen Wechsel betreut (sogenanntes Wechselmodell), ist die Aufteilung des gesetzlichen Kindergeldes zwischen den Elternteilen so vorzunehmen, dass grundsätzlich die Hälfte des Kindergeldes bedarfsmindernd bei der Berechnung des Barunterhalts berücksichtigt und dadurch bewirkt wird, dass der auf den Barunterhalt entfallende Anteil des Kindergeldes nach der einkommensabhängigen Beteiligungsquote der Eltern am Barunterhalt und der auf die Betreuung entfallende Anteil des Kindergeldes hälftig zwischen den Eltern ausgeglichen wird. Beschluss Mehr lesen

Bei einer Trennung der Eheleute kann der finanziell schlechter gestellte Ehepartner für die Zeit des Getrenntlebens Unterhalt verlangen (§ 1361 BGB). Eine Vereinbarung, mit der der Unterhaltsberechtigte auf seinen zukünftigen Trennungsunterhalt verzichtet, ist grundsätzlich unwirksam. Ein teilweiser Unterhaltsverzicht ist nur dann zulässig, wenn der Unterhalt durch die Vereinbarung nicht unangemessen reduziert wird. Dies ist vom zuständigen Familiengericht zu überprüfen. Die Überprüfung ist - so der Bundesgerichtshof - nicht ohne die konkrete Feststellung der Höhe des angemessenen Mehr lesen

Das Oberlandesgericht Koblenz hatte sich mit der Frage zu befassen, ob und in welcher Höhe sich Aufwendungen eines Selbstständigen für die Altersversorgung, zu denen auch Darlehenstilgungen für eine Wohnimmobilie gehören, unterhaltsrechtlich einkommensmindernd auswirken. Das Gericht begrenzte die anrechenbaren Belastungen insbesondere beim Kindesunterhalt auf die Höhe der gesetzlichen Rentenversicherung, wenn andernfalls der Mindestunterhalt für ein minderjähriges Kind nicht aufgebracht werden kann. Beschluss des OLG Koblenz vom 24.02.2016 13 UF Mehr lesen

Bei der anlässlich einer Trennung oder Scheidung durchzuführenden Hausratsaufteilung steht jedem Ehegatten grundsätzlich die Hälfte der gemeinsam erworbenen Gegenstände zu. Die §§ 1361a, 1568b BGB enthalten hierzu besondere Aufteilungsregelungen. Zum Hausrat gehört auch ein Familienfahrzeug, das dem ehelichen und familiären Zusammenleben gedient hat. Wer im Kfz-Schein als Halter eingetragen ist, ist insofern unbeachtlich. Wird das Fahrzeug ohne Einwilligung des anderen Ehegatten verkauft oder - wie hier - beim Erwerb eines neuen Fahrzeugs in Zahlung gegeben, steht Mehr lesen

Muss ein Kind für seine Eltern Unterhalt zahlen, was insbesondere der Fall ist, wenn die Eltern die Kosten für ein Alten- oder Pflegeheim nicht aufbringen können und insoweit der zuständige Sozialhilfeträger einspringen muss, ist für die Leistungsfähigkeit des zum Elternunterhalt verpflichteten Kindes nicht nur dessen Einkommen, sondern das gesamte Familieneinkommen maßgeblich. Daher muss auch der Schwiegersohn einer Empfängerin von Leistungen der Hilfe zur Pflege nach dem SGB XII (Sozialgesetzbuch) dem Sozialamt auf Anfrage Auskunft über Mehr lesen

Zieht der Ehemann aus der gemeinsamen Wohnung aus, die noch mehrere Monate bis zur Kündigung von der Ehefrau mit dem gemeinsamen Kind bewohnt wird, kann die Ehefrau die Hälfte der von ihr in diesem Zeitraum alleine getragene Miete verlangen. Hieran ändert auch nichts, dass der Ehemann während dieser Zeit Ehegatten- und Kindesunterhalt bezahlt hat und eine besondere Vereinbarung weder für die Anrechnung der Mietverbindlichkeiten noch hinsichtlich einer Ausgleichspflicht getroffen wurde. Beschluss des OLG Bremen vom 17.02.2016 4 Mehr lesen

Zieht ein Ehegatte anlässlich der Scheidung aus der gemeinsamen Ehewohnung aus, um diese dem anderen und ggf. den gemeinsamen Kindern zu überlassen, hat er ein berechtigtes Interesse, in der Zukunft nicht mehr möglichen finanziellen Belastungen aus diesem Mietverhältnis ausgesetzt zu sein. Das gilt insbesondere in Hinblick auf Mietzinsansprüche des Vermieters für die Zeit nach dem Auszug, die im Außenverhältnis gegen den ausgezogenen Ehegatten solange weiterbestehen, bis dieser aus dem Mietverhältnis entlassen ist. Dem aus der Wohnung Mehr lesen

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat sich eingehend mit der Frage auseinandergesetzt, unter welchen Voraussetzungen ein Eingriff in das Elterngrundrecht aus Art. 6 Abs. 2 GG durch eine staatlich angeordnete Trennung von Eltern und Kindern oder Aufrechterhaltung einer solchen Trennung verfassungsrechtlich zulässig ist und führt hierzu aus: Das Gesetz "erlaubt es nur dann, ein Kind von seinen Eltern gegen deren Willen zu trennen, wenn die Eltern versagen oder wenn das Kind aus anderen Gründen zu verwahrlosen droht. Dabei Mehr lesen

Haben Ehegatten in einer Trennungsvereinbarung die Abänderbarkeit einer Vereinbarung über nachehelichen Unterhalt vertraglich ausgeschlossen, kann der Unterhaltspflichtige hiervon nur dann abweichen, wenn die Fortzahlung des vereinbarten Unterhaltsbetrags seine wirtschaftliche Existenz gefährden würde. Eine bloße - wenn auch erhebliche - Beeinträchtigung seines Lebensstandards ist nicht ausreichend. Das Existenzminimum entspricht der Höhe nach dem sogenannten notwendigen Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen. Beschluss des KG Berlin vom 22.12.2015 13 UF Mehr lesen

In einem familiengerichtlichen Umgangsverfahren kann auch eine hälftige Aufteilung der Betreuungszeiten für das Kind im Sinne eines Wechselmodells, mit dem ein wöchentlicher Wechsel von einem Elternteil zum anderen vorgenommen wird, geregelt werden, sofern dies im Einzelfall die dem Kindeswohl am besten entsprechende Gestaltung der Betreuungszeiten darstellt. Beschluss des OLG Hamburg vom 17.12.2015 2 UF 106/14   Achtung: Gegenteilige Auffassung OLG Jena: Beschluss des OLG Jena vom 12.09.2016 4 UF Mehr lesen

Dem Partner einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft stehen bei deren Beendigung Ausgleichsansprüche nur dann zu, wenn es sich um sog. "gemeinschaftsbezogene Zuwendungen" gehandelt hat. Dies sind solche Aufwendungen, die über die Leistungen im Rahmen des täglichen Zusammenlebens hinausgehen und gerade in der Erwartung gemacht werden, dass die Lebensgemeinschaft Bestand haben wird. Kann der Anspruchsteller diese Voraussetzungen im Prozess nicht nachweisen, ist davon auszugehen, dass es sich bei den behaupteten Aufwendungen um Schenkungen an den Partner gehandelt Mehr lesen

Als das Dach eines an einem im Miteigentum eines bereits seit Jahren getrenntlebenden Ehepaars stehenden Hauses undicht geworden war, verlangte der Ehemann von seiner Ehefrau die Zustimmung zur Renovierung des Daches. Diese meinte, die Reparatur sei Sache des Ehemanns, der das Haus seit der Trennung zusammen mit dem gemeinsamen Sohn bewohnte. Der Mann veranlasste daraufhin die Dachsanierung und verlangte die Hälfte der Kosten von seiner Ehefrau. Das Brandenburgische Oberlandesgericht gab dem Mann Recht. Aufwendungen zur Erhaltung Mehr lesen

Betreut ein Elternteil ein minderjähriges Kind, ist er in der Regel nicht zugleich verpflichtet, zum Barunterhalt des Kindes beizutragen. Das ist Sache des anderen Elternteils. Ausnahmsweise kann den betreuenden Elternteil aber eine gesteigerte Unterhaltspflicht dahingehend treffen, dass er zugleich noch Barunterhalt zu leisten hat, wenn seine Einkünfte bedeutend höher als die des anderen sind. Dies nahm das Oberlandesgericht Dresden für den Fall an, dass der das Kind betreuende Elternteil etwa das Dreifache des nicht betreuenden Elternteils Mehr lesen

Leben Eltern voneinander getrennt, hat der Elternteil, bei dem das gemeinsame Kind lebt, gegenüber dem anderen einen Anspruch auf Herausgabe der persönlichen Gegenstände des Kindes (hier: Impfpass und Untersuchungsheft). Rechtlich handelt es sich dabei um Haushaltsgegenstände gemäß § 1361a BGB. Für das Oberlandesgericht Nürnberg entspricht es der Billigkeit, (hier) der Mutter, bei der das Kind momentan lebt, auch die für die Betreuung des Kindes erforderlichen Unterlagen und Urkunden zur Verfügung zu stellen. Beschluss des OLG Nürnberg Mehr lesen

Nach § 1686 BGB kann jeder Elternteil vom anderen bei berechtigtem Interesse Auskunft über die persönlichen Verhältnisse (z.B. über schulische Entwicklung und Gesundheitszustand) des beim anderen lebenden Kindes verlangen, soweit dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht. Diese Regelung hat insbesondere dann Bedeutung, wenn das Umgangsrecht eines Elternteils ganz oder teilweise ausgeschlossen ist. Hierzu hat nun das Oberlandesgericht Hamm entschieden, dass ein leiblicher Vater, dem weder die elterliche Sorge noch ein Umgangsrecht zustehen, von der Mehr lesen

Ein geschiedener Ehegatte kann sogenannten Aufstockungsunterhalt verlangen, wenn seine eigenen Einkünfte den ihm nach dem ehelichen Lebensstandard zustehenden Unterhaltsanspruch nicht erreichen (§ 1573 Abs. 2 BGB). Der Unterhaltspflichtige hat dann den entsprechenden Differenzbetrag zu leisten. Bei der Berechnung sind beide von den Eheleuten erzielten Einkommen gegenüberzustellen. Laut Bundesgerichtshof kann ein Anspruch auf Aufstockungsunterhalt auch dadurch entstehen, dass das Einkommen des für den Kindesunterhalt barunterhaltspflichtigen Ehegatten durch den Vorwegabzug des geleisteten Kindesunterhalts unter das Einkommen des kinderbetreuenden Mehr lesen

Eltern schulden auch ihrem volljährigen, bedürftigen Kind im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Unterhalt für eine Schul- und Berufsausbildung, die der Begabung und den Fähigkeiten, dem Leistungswillen und den beachtenswerten Neigungen des Kindes am besten entspricht. Das Kind muss sich dabei nicht nur eigene (Neben-)Einkünfte, sondern auch eigenes Vermögen anrechnen lassen. Ein solches Vermögen ist sukzessive zur Deckung des Lebensbedarfs einzusetzen und darf nicht anderweitig für nicht zum allgemeinen Lebensbedarf zählende Aufwendungen verbraucht werden. Bei einem Verstoß Mehr lesen

Der Anspruch auf Kindesunterhalt wird in aller Regel aus den einschlägigen gesetzlichen Regelungen hergeleitet. Dass sich eine Unterhaltspflicht auch aus einer vertraglichen Vereinbarung ergeben kann, obwohl der hieraus Verpflichtete weder leiblicher noch gesetzlicher Vater (Ehemann) ist, zeigt ein vom Bundesgerichtshof entschiedener Fall. Der Kinderwunsch eines unverheirateten Paares konnte wegen der Zeugungsunfähigkeit des Mannes nicht verwirklicht werden. Man entschloss sich daher zu einer künstlichen Befruchtung, zu der der Mann das benötigte Fremdsperma besorgte. Dabei gab er beim Mehr lesen

Ein getrennt lebendes Elternpaar traf vor dem Familiengericht eine einvernehmliche Regelung über das Umgangsrecht des Vaters für die gemeinsame Tochter. Bereits zwei Monate später beantragte er eine Änderung des Umgangsrechts. Dies ließ das Brandenburgische Oberlandesgericht jedoch nicht zu. Umgangsvereinbarungen oder gerichtlich angeordnete Umgangsregelungen müssen zunächst "gelebt" werden, bevor ein Änderungsverfahren eingeleitet werden kann. Es muss daher erst eine gewisse Zeit verstreichen, bis das Familiengericht beurteilen kann, ob die gewählte Regelung - wie hier von dem Vater Mehr lesen

Ein Unterhaltspflichtiger ist nicht gehalten, mit seinen erheblichen liquiden Geldmitteln, die angesichts des derzeit äußerst niedrigen Zinsniveaus kaum Erträge abwerfen, zur Steigerung der Rendite Immobilien zu erwerben. Für das Oberlandesgericht Stuttgart könnte sich angesichts des derzeit äußerst hohen Preisniveaus auf dem Immobilienmarkt diese Kapitalanlage alsbald als Fehlentscheidung erweisen. Eine derartige Vermögensumschichtung stellt sich daher als spekulativ dar und ist dem Unterhaltspflichtigen nicht zumutbar. Beschluss des OLG Stuttgart vom 17.09.2015 11 UF Mehr lesen

Anlässlich einer Ehescheidung ist grundsätzlich auch der Versorgungsausgleich, das heißt der Ausgleich der während der Ehezeit erworbenen Rentenanwartschaften, vorzunehmen. Hierzu gehören auch Ansprüche aus privaten Rentenversicherungen. Anrechte aus einer Rentenlebensversicherung mit Kapitalwahlrecht sind laut Oberlandesgericht Hamm grundsätzlich auch dann im Rahmen des Versorgungsausgleichs zu berücksichtigen, wenn sie zur Kreditsicherung einer Baufinanzierung an einen Dritten abgetreten worden sind. Durch die Verpfändung der Rentenversicherung an den Dritten hat sich der Versicherte nicht endgültig seiner Rechte aus dem Versicherungsvertrag Mehr lesen

Eine notarielle Vereinbarung der Eheleute über den Ausschluss des im Scheidungsrecht vorgesehenen Versorgungsausgleichs (Ausgleich der Rentenanwartschaften) muss nach den gesetzlichen Regelungen einer Inhaltskontrolle durch das Familiengericht standhalten. Das Familiengericht ist nur dann an die Vereinbarung gebunden, wenn keine Wirksamkeits- und Durchsetzungshindernisse bestehen. Diese Prüfung hat von Amts wegen zu erfolgen. Geben das Vorbringen der Beteiligten oder die Umstände hierzu Veranlassung, ist das Gericht zur Tatsachenaufklärung verpflichtet. Das ist etwa dann der Fall, wenn - wie hier Mehr lesen

Leben Eltern, denen die elterliche Sorge gemeinsam zusteht, nicht nur vorübergehend getrennt, so ist bei Entscheidungen in Angelegenheiten, deren Regelung für das Kind von erheblicher Bedeutung ist, ihr gegenseitiges Einvernehmen erforderlich. Der Elternteil, bei dem sich das Kind mit Einwilligung des anderen Elternteils oder aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung gewöhnlich aufhält, hat hingegen die Befugnis zur alleinigen Entscheidung in Angelegenheiten des täglichen Lebens. Das sind in der Regel solche, die häufig vorkommen und die keine schwer Mehr lesen

Großeltern hatten für ihr Enkelkind im Jahr 2008 ein Sparbuch angelegt und hierauf zunächst 1.000 Euro eingezahlt. Das Sparbuch händigten sie später ihrem Sohn, dem Vater des Kindes, aus. Nach der Trennung der Eltern nahm die sorgeberechtigte Mutter das Sparbuch in Besitz und hob in der Folgezeit das komplette Guthaben von mittlerweile knapp 2.400 Euro angeblich für die Anschaffung von Haushaltsgegenständen ab. Als der Vater hiervon erfuhr, verklagte er im Namen des Kindes die Mutter auf Mehr lesen

Für das Oberlandesgericht Brandenburg bildet bei einer Sorgerechtsentscheidung jedenfalls mit Vollendung des zwölften Lebensjahres eines Kindes dessen Wille im Hinblick auf die Übertragung des alleinigen Sorgerechts auf einen Elternteil (hier Wechsel zum Vater) eine relativ zuverlässige Entscheidungsgrundlage. Gleichwohl schließt dieser geäußerte Wille die Untersuchung und Gewichtung der übrigen Kindeswohlkriterien (z.B. Kontinuität der Betreuung und Möglichkeiten der Schulausbildung) nicht gänzlich aus, sodass der Wille des Kindes nicht den alleinigen Ausschlag für die Sorgerechtsentscheidung geben kann. Beschluss des Mehr lesen

Wenn Eltern die Kosten für ein Alten- oder Pflegeheim nicht aufbringen können, und insoweit der zuständige Sozialhilfeträger einspringen muss, stellt sich oftmals die Frage der Leistungsfähigkeit des zum Elternunterhalt verpflichteten Kindes. Maßgeblich ist dabei nicht nur das eigene Einkommen des Kindes, sondern dessen Familieneinkommen. Der Bundesgerichtshof hatte sich mit der Frage zu befassen, ob und inwieweit dabei Rücklagen für eine Altersvorsorge zu berücksichtigen sind. Für den zur Zahlung von Elternunterhalt Verpflichteten, der verheiratet ist und Mehr lesen

Bei der Festlegung des Umgangsrechts eines Elternteils ist der Wunsch eines 11-jährigen Kindes, keinen persönlichen Kontakt mit dem ihm praktisch unbekannten Vater zu wollen, zu respektieren. Kommt hinzu, dass der Vater bislang von seinem ihm eingeräumten Umgangsrecht keinen Gebrauch gemacht hat, ist es als angemessen anzusehen, wenn das Familiengericht das Umgangsrecht für die Dauer von zwei Jahren auf einen monatlich einmaligen brieflichen Kontakt des Vaters mit seinem Kind beschränkt. In dieser Zeit hat der Vater Mehr lesen

Nach § 1933 Satz 1 BGB ist das Erbrecht des überlebenden Ehegatten ausgeschlossen, wenn zur Zeit des Todes des Erblassers die Voraussetzungen für die Scheidung der Ehe gegeben waren und der Erblasser die Scheidung beantragt oder ihr zugestimmt hat. Eine erst nach Eintritt des Erbfalls erklärte Rücknahme des Ehescheidungsantrags ändert nichts mehr am zuvor bereits kraft Gesetzes eingetretenen Ausschluss des Erbrechts. Dies hat das Oberlandesgericht Naumburg anlässlich folgenden Falles entschieden: Eine Ehefrau hatte nach siebenjähriger Trennung Mehr lesen

Eltern trifft gegenüber ihren minderjährigen Kindern nach dem Gesetz eine gesteigerte Unterhaltsverpflichtung. Sie müssen daher notfalls auch eigentlich unzumutbare Arbeiten annehmen, um ihre Kinder finanziell zu unterstützen. Kommen sie dieser Verpflichtung nicht nach, müssen sie sich die erzielbaren Einkünfte als sogenanntes fiktives Einkommen anrechnen lassen, nach denen sich dann die Höhe der jeweiligen Unterhaltspflicht bemisst. Sind die Bewerbungsbemühungen eines Unterhaltspflichtigen nicht ausreichend und ist nicht feststellbar, dass erfolgreiche Erwerbsbemühungen aussichtslos gewesen wären, hat die Zurechnung eines Mehr lesen

In einem Scheidungsverfahren müssen dem Antragsgegner unter anderem die Scheidungsklage, die Ladung zum Verhandlungstermin und das Urteil zugestellt werden. Ist der Aufenthalt des Antragsgegners unbekannt, so kann der Zugang der Schriftstücke auch durch eine öffentliche Zustellung (§ 203 ZPO - Zivilprozessordnung) vorgenommen werden. Dies geschieht in der Regel durch öffentlichen Aushang an der Gerichtstafel des zuständigen Gerichts. Lehnt das Familiengericht die öffentliche Zustellung eines Scheidungsantrags ab, steht dem Antragsteller das Rechtsmittel der sofortigen Beschwerde gemäß § Mehr lesen

Eltern trifft gegenüber ihren minderjährigen Kindern nach dem Gesetz eine gesteigerte Unterhaltsverpflichtung. Sie müssen daher notfalls auch eigentlich unzumutbare Arbeiten annehmen, um ihre Kinder finanziell zu unterstützen. Kommen sie dieser Verpflichtung nicht nach, müssen sie sich die erzielbaren Einkünfte als sogenanntes fiktives Einkommen anrechnen lassen. Dass die gesteigerte Erwerbsobliegenheit ihre Grenzen hat, zeigt ein vom Oberlandesgericht Brandenburg entschiedener Fall eines unterhaltspflichtigen Fleischers, der seit ungefähr 20 Jahren bei demselben Arbeitgeber vollschichtig arbeitet. Von ihm kann auch Mehr lesen

Hat sich ein laufendes Scheidungsverfahren durch den Tod eines der Ehegatten erledigt, bevor die Endentscheidung in der Ehesache rechtskräftig geworden ist, ist für die Fortführung des Verfahrens durch den oder die Erben des Verstorbenen aufgrund des höchstpersönlichen Verhältnisses der Ehe kein Raum. Das Gericht hat somit nur noch über die Kosten des Verfahrens zu entscheiden. In diesem Fall beschließt das Familiengericht die Kostenaufhebung. Das bedeutet, dass jede Partei - aufseiten des Verstorbenen nunmehr dessen Erben Mehr lesen

Der Unterhaltsanspruch zwischen getrennt lebenden Eheleuten wird auf der Grundlage der festgestellten Nettoeinkommen nach der sog. Differenzmethode berechnet, indem die Differenz beider Einkommen errechnet und dem Unterhaltsberechtigten ein Anspruch in Höhe von 3/7 zuerkannt wird. Dieser Grundsatz gilt jedoch nicht bei außergewöhnlich guten Einkommensverhältnissen (hier monatlich netto 8.000 Euro). Hier ist der Unterhaltsanspruch konkret zu berechnen, wobei die Aufrechterhaltung des erreichten Lebensstandards maßgeblich ist (sogenannte Sättigungsgrenze). Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gibt es zwar keine konkrete Mehr lesen

Eltern schulden ihrem Kind im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Unterhalt für eine Schul- und Berufsausbildung, die der Begabung und den Fähigkeiten, dem Leistungswillen und den beachtenswerten Neigungen des Kindes am besten entspricht. Andererseits besteht für das unterhaltsberechtigte Kind die Obliegenheit, seine Ausbildung mit Fleiß und der gebotenen Zielstrebigkeit zu betreiben. Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm besteht die elterliche Unterhaltspflicht auch während der Absolvierung eines Freiwilligen Sozialen Jahrs, das als Orientierungsphase für eine spätere Ausbildung und Mehr lesen

Anlässlich einer Ehescheidung ist grundsätzlich auch der Versorgungsausgleich, das heißt der Ausgleich der während der Ehezeit erworbenen Rentenanwartschaften, vorzunehmen. Hierzu gehören auch Ansprüche aus privaten Rentenversicherungen. Kündigt ein Ehegatte vor der Entscheidung über den Versorgungsausgleich seine private Rentenversicherung und lässt sich das Guthaben auszahlen, unterfällt dieses Versorgungsanrecht nicht mehr dem Versorgungsausgleich. Nur wenn sich die Kündigung der Versicherung und die Auszahlung des Guthabens als "illoyale Einwirkung auf das Versorgungsanrecht" darstellen, sind auch diese Ansprüche trotz Mehr lesen

Nach § 1605 BGB sind Verwandte in gerader Linie einander verpflichtet, auf Verlangen über ihre Einkünfte und ihr Vermögen Auskunft zu erteilen, soweit dies zur Feststellung eines Unterhaltsanspruchs oder einer Unterhaltsverpflichtung erforderlich ist. Über die Höhe der Einkünfte sind geeignete Belege, insbesondere Bescheinigungen des Arbeitgebers, vorzulegen. Der Auskunftsberechtigte muss sich dabei nicht mit Teilauskünften des Auskunftspflichtigen zu einzelnen Einkommensarten (hier aus selbstständiger Tätigkeit und Kapitalerträgen) abspeisen lassen, wenn Angaben zu anderen Einkommensarten (hier aus Vermietung und Mehr lesen

Eine getrennt lebende Ehefrau und Mutter begehrte die Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe für den Antrag, den Vater der beiden gemeinsamen Kinder zur Wahrnehmung eines 14-tägigen Umgangs am Wochenende mit den beiden Kindern zu verpflichten, sowie eine Regelung des Ferienumgangs. Das Oberlandesgericht Hamm lehnte den Antrag auf Bewilligung der Verfahrenskostenhilfe wegen Mutwilligkeit der Rechtsverfolgung ab, da es die Antragstellerin unterlassen hatte, vorher die Beratungsmöglichkeiten des Jugendamtes zu nutzen. In diesem Fall fehlt es sowohl an der Dringlichkeit für Mehr lesen

Sind beide Ehegatten Mieter einer Wohnung und sind sie sich anlässlich Trennung und Scheidung über die künftige alleinige Weiternutzung durch einen von ihnen einig, ist der Vermieter zur Fortsetzung des Mietverhältnisses mit dem künftig alleinigen Nutzer der Wohnung verpflichtet, wenn ihm eine entsprechende Erklärung der Eheleute vorliegt. Diese Änderung des Mietverhältnisses tritt jedoch erst zum Zeitpunkt der Rechtskraft des Scheidungsurteils ein. Die Eheleute sind - sofern sie sich über die alleinige Nutzung der Ehewohnung durch einen Mehr lesen

Die Unterhaltsreform zum 1. Januar 2008 stellt die Eigenverantwortung des geschiedenen Ehepartners verstärkt in den Vordergrund. Dies kann zu einer Herabsetzung oder Befristung der vor der Gesetzesreform titulierten Ansprüche auf Geschiedenenunterhalt führen. In einer Grundsatzentscheidung bejaht der Bundesgerichtshof die Anpassung an die neue Gesetzeslage auch für Unterhaltsregelungen in Eheverträgen, die vor der Gesetzesänderung abgeschlossen wurden. In dem zu entscheidenden Fall hatte sich ein Zahnarzt anlässlich der Trennung von seiner Frau zu einer unbefristeten Unterhaltszahlung verpflichtet. Nach Mehr lesen

Dass ein Elternteil ein erwachsenes Kind, das seine bereits erlangte wirtschaftliche Selbstständigkeit wegen Krankheit oder Arbeitslosigkeit wieder verloren hat, durch Unterhaltszahlungen finanziell unterstützen muss, entspricht nicht dem Normalfall. Daher muss dem Unterhaltsleistenden ein höherer Selbstbehalt zugebilligt werden als bei Unterhaltsverpflichtungen gegenüber einem minderjährigen Kind. Maßgeblich ist laut Bundesgerichtshof ein ebenso erhöhter angemessener Selbstbehalt, wie ihn die unterhaltsrechtlichen Tabellen und Leitlinien für Unterhaltsleistungen von Kindern an ihre Eltern (Elternunterhalt) vorsehen. Urteil des BGH vom 18.01.2012 - XII Mehr lesen

Nach der Vorschrift des § 1568b BGB kann jeder Ehegatte verlangen, dass ihm der andere anlässlich der Scheidung die im gemeinsamen Eigentum stehenden oder gemeinsam angeschafften Haushaltsgegenstände überlässt und übereignet, wenn er auf deren Nutzung unter Berücksichtigung des Wohls der im Haushalt lebenden Kinder und der Lebensverhältnisse der Ehegatten in stärkerem Maße angewiesen ist als der andere oder dies aus anderen Gründen der Billigkeit entspricht. Der Ehegatte, der sein Eigentum an Hausratsgegenständen an den anderen Mehr lesen

Nach 1579 Ziff. 2 BGB ist der Unterhaltsanspruch zu versagen, herabzusetzen oder zeitlich zu begrenzen, soweit die Inanspruchnahme des Verpflichteten auch unter Wahrung der Belange eines dem Berechtigten zur Pflege oder Erziehung anvertrauten gemeinschaftlichen Kindes grob unbillig wäre, weil der Berechtigte in einer verfestigten Lebensgemeinschaft lebt. Grundsätzlich ist nach ständiger Rechtsprechung erst ab zwei bis drei Jahren von einer verfestigten Lebensgemeinschaft auszugehen. Dabei ist die Dauer des Zusammenlebens nur ein wichtiges, aber nicht entscheidendes Indiz. Die Mehr lesen

Nach dem Gesetz kann eine Ehe grundsätzlich erst geschieden werden, wenn die Eheleute ein Jahr getrennt gelebt haben. Der Gesetzgeber will damit übereilte Scheidungen vermeiden. Das Trennungsjahr muss allerdings ausnahmsweise nicht abgewartet werden, sofern dies für einen der Eheleute eine unzumutbare Härte darstellen würde. Für das Oberlandesgericht München reicht es nicht als Härtegrund aus, wenn eine Ehefrau drei Tage nach der Eheschließung telefonisch von einer engen Freundin erfährt, dass der neben ihr sitzende Ehemann ihr gerade Mehr lesen

Verschweigt der unterhaltsberechtigte Ehegatte im Unterhaltsprozess eigene Einkünfte, obwohl der Unterhaltsverpflichtete gezielt danach gefragt hat, verwirkt er seinen gesamten Unterhaltsanspruch, auch wenn die verschwiegenen Einkünfte verhältnismäßig gering waren und über einen begrenzten Zeitraum erzielt wurden (hier Arbeitgeberzuschuss zum Krankengeld von monatlich 162 Euro). Urteil des OLG Düsseldorf vom 07.07.2010 8 UF Mehr lesen

Bei der nach der seit Anfang 2008 geltenden neuen Unterhaltsregelung vorgesehenen Befristung des nachehelichen Unterhalts spielt neben Dauer und Umfang der Betreuung gemeinsamer minderjähriger Kinder auch die Frage eine Rolle, ob die unterhaltsberechtigte Ehefrau durch die Ehe Nachteile bei ihrem beruflichen Fortkommen erlitten hat. Als ehebedingten Nachteil sehen es die Gerichte insbesondere an, wenn ein Ehepartner eine vielversprechende Karriere zugunsten der Kinderbetreuung und Familienarbeit abbricht. Darunter sind somit vornehmlich Einbußen zu verstehen, die sich aus Mehr lesen

Ehegatten sind gegenseitig verpflichtet, sich auf Verlangen des anderen über die für die Höhe des Familienunterhalts maßgeblichen finanziellen Verhältnisse zu informieren. Sie sind zur Auskunftserteilung in der Weise verpflichtet, wie sie zur Feststellung des Unterhaltsanspruchs erforderlich ist. Nicht geschuldet wird allerdings die Vorlage von Belegen oder die eidesstattliche Versicherung der Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben. Eine solche Kontrollmöglichkeit außerhalb eines gerichtlichen Verfahrens wäre mit dem in einer Ehe herrschenden Vertrauen nicht zu vereinbaren. Urteil des BGH vom Mehr lesen

In einer Scheidungsvereinbarung verzichtete die Ehefrau auf die Zahlung von Unterhalt. Dafür sollte der Ehemann die während der Ehezeit entstandenen Schulden alleine tragen. Einige Monate später erhielt der Ehemann nach Auflösung seines Arbeitsverhältnisses eine Abfindung von 56.000 Euro und war so in der Lage, die Schulden aus der Ehezeit vorzeitig zu tilgen. Die Ehefrau meinte, dass ihr unter diesen Umständen trotz des erklärten Verzichts ein nachehelicher Unterhalt zustünde. Der Bundesgerichtshof sah dies anders. Eine nach der Mehr lesen

Enthält ein gerichtlicher Unterhaltsvergleich keine Regelung über die Zeitdauer der Unterhaltszahlungen, ist jedenfalls bei der erstmaligen Festsetzung des nachehelichen Unterhalts im Zweifel davon auszugehen, dass die Parteien die spätere Befristung des Unterhalts offen halten wollen. Eine Abänderung des Vergleichs durch eine zeitliche Befristung der Unterhaltspflicht ist daher auch ohne Änderung der tatsächlichen Verhältnisse und ohne Bindung an den Vergleich möglich, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen hierfür erfüllt sind. Urteil des BGH vom 26.05.2010 XII ZR Mehr lesen

Gibt ein Unterhaltspflichtiger eine gut bezahlte Stelle grundlos auf, muss er sich behandeln lassen, als verdiene er weiter so viel wie zuvor. Vor Gericht konnte ein Vertragsmakler nicht nachvollziehbar erklären, warum er seine gut bezahlte Tätigkeit mit einem Nettoverdienst von über 4.000 Euro aufgegeben und nun für 1.000 Euro brutto als Hilfskoch arbeitete. Er wurde folglich verurteilt, seiner geschiedenen Frau unverändert Unterhalt in Höhe von 947 Euro zu bezahlen. Urteil OLG Saarbrücken vom 04.03.2010 6 UF Mehr lesen

Haben Eltern ihren Schwiegerkindern eine Immobilie oder die hierfür benötigten Geldmittel geschenkt, war es für sie ohne entsprechende Vereinbarung bislang recht schwierig, die Rückübertragung oder Rückzahlung zu verlangen, wenn die Ehe des Beschenkten mit ihrem Kind gescheitert ist. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs erleichtert die Durchsetzung solcher Ansprüche nun erheblich. Nach dieser geänderten Rechtsprechung sind die Ehe der Kinder und die Beziehung der Eltern zu ihrem Schwiegerkind nicht unabhängig voneinander zu betrachten. Damit handelt es sich bei Mehr lesen

Wurde in einem Unterhaltsverfahren vom Familiengericht festgestellt, dass die unterhaltsberechtigte Ehefrau ihrer Erwerbsobliegenheit genügt hat, sind diese Feststellungen auch in einem nachfolgenden, vom unterhaltspflichtigen Ehemann angestrengten Abänderungsverfahren maßgeblich. Etwas anders gilt nur, wenn der Unterhaltsverpflichtete in dem neuen Verfahren eine wesentliche Veränderung der Verhältnisse darlegt, die eine Erwerbsobliegenheit der Frau im Nachhinein begründen könnte. Urteil des BGH vom 27.01.2010 XII ZR Mehr lesen

Reichen die Einkünfte eines geschiedenen Ehegatten aus einer angemessenen Erwerbstätigkeit zum vollen Unterhalt nicht aus, kann er von seinem insoweit leistungsfähigen geschiedenen Ehepartner den Unterschiedsbetrag zwischen den Einkünften und dem vollen Unterhalt verlangen (sog. Aufstockungsunterhalt). Der Unterhaltsanspruch des geschiedenen Ehegatten kann herabgesetzt oder zeitlich begrenzt werden, wenn ein zeitlich unbegrenzter Unterhaltsanspruch auch unter Wahrung der Belange eines dem Berechtigten zur Pflege oder Erziehung anvertrauten gemeinschaftlichen Kindes unbillig wäre. Eine Herabsetzung oder Befristung kommt in der Mehr lesen

Heiratet ein seiner geschiedenen Ehefrau unterhaltspflichtiger Mann wieder, kann dies zu einer Minderung des ursprünglich festgelegten Unterhalts führen. Das für Unterhaltszahlungen zur Verfügung stehende Einkommen des Mannes ist dann auf beide Frauen zu verteilen. Auf Seiten der neuen Ehefrau kommt es bei der Unterhaltsbemessung nicht auf deren Anspruch auf Familienunterhalt an, sondern auf den hypothetischen Unterhaltsanspruch im Fall einer Scheidung. Im entschiedenen Fall führte dies zu einer Herabsetzung des Unterhaltsanspruchs der ersten Ehefrau von monatlich Mehr lesen

Nach § 1579 BGB ist ein Unterhaltsanspruch des Ehegatten zu versagen, herabzusetzen oder zeitlich zu begrenzen, soweit die Inanspruchnahme des Unterhaltspflichtigen grob unbillig wäre. Das Oberlandesgericht Oldenburg wertete die Anmeldung eines Ehegatten bei einer der Vermittlung von Sexualkontakten dienenden Internetplattform als ein schwerwiegendes Fehlverhalten, das die Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen ausschließt. Beschluss des OLG Oldenburg vom 17.11.2009 3 WF Mehr lesen

Bei der nach der seit Anfang 2008 geltenden neuen Unterhaltsregelung vorgesehenen Befristung des nachehelichen Unterhalts spielt neben Dauer und Umfang der Betreuung gemeinsamer minderjähriger Kinder auch die Frage eine Rolle, ob die unterhaltsberechtigte Ehefrau durch die Ehe Nachteile bei ihrem beruflichen Fortkommen erlitten hat. Dies wird in einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main besonders deutlich. Hat die Ehefrau eine gesicherte, beamtengleiche Stellung als Sachbearbeiterin, die eine höhere Vergütung gewährleistet, als in einer vergleichbaren Stellung in Mehr lesen

Können sich im Falle einer Trennung die Eheleute nicht darüber einigen, wer den einzigen in der Familie vorhandenen Pkw behält, kann auf Antrag eine Zuweisung durch das Familiengericht erfolgen. In der Regel weist das Gericht das Fahrzeug dem Ehepartner vorläufig zu, der es vor allem beruflich nutzt. Dies gilt insbesondere dann, wenn - wie im entschiedenen Fall - der berufstätige Ehegatte wegen der großen Entfernung zur Arbeitsstelle in besonderem Maß auf einen Pkw angewiesen ist Mehr lesen

Unterlässt es ein unterhaltspflichtiger Ehemann, eine ihm gehörende, leer stehende und für eigene Wohnzwecke nicht benötigte Immobilie ohne hinreichenden Grund nicht zu vermieten, ist ihm der durchschnittlich erzielbare Ertrag (Mietzins) als fiktives Einkommen zuzurechnen, was zu einer entsprechenden Erhöhung seiner Unterhaltspflicht führt. Urteil des OLG Jena vom 27.08.2009 1 UF Mehr lesen

Auch der unterhaltspflichtige Ehegatte darf grundsätzlich neben der gesetzlichen Altersvorsorge eine zusätzliche Altersvorsorge betreiben, die beim Ehegattenunterhalt mit einem Betrag bis zu 4 Prozent seines Bruttoeinkommens zu berücksichtigen ist. Dabei kommt es nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht darauf an, ob bereits während der Ehezeit Beiträge für eine solche Altersvorsorge gezahlt wurden. Urteil des BGH vom 27.05.2009 - XII ZR Mehr lesen

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Düsseldorfer Tabelle / Unterhaltsleitlinien des OLG Dresden (ab 2013)

Erhöhung des Selbstbehalts für den Unterhaltsschuldner

Mindestunterhalt 317 / 364 /426 // 488 // 670€
Selbstbehalt 800, 1.000, 1.100 €

Erhöhung des Selbstbehalts für den Unterhaltsschuldner

Mindestunterhalt 317 / 364 / 426 // 488 // 670 €
Selbstbehalt 880, 1.080, 1.200 €

Erhöhung der Unterhaltsbeträge

Mindestunterhalt 328 / 376 / 440 // 504 // 670 €
Selbstbehalt 880, 1.080, 1.200 €

Erhöhung der Unterhaltsbeträge

Mindestunterhalt 335 / 384 / 450 // 516 // 735 €
Selbstbehalt 880, 1.080, 1.200 €

Erhöhung der Unterhaltsbeträge

Mindestunterhalt 342 / 393 / 460 // 527 // 735 €
Selbstbehalt 880, 1.080, 1.200 €

Weitere nützliche Links und Informationen

  • Folgende Beratungstellen bieten eine allgemeine Familienberatung / Elternberatung zu den Themen Trennung, Kindererziehung, Sorgerecht und Umgangsrecht an (Aufzählung nicht abschließend):

    - Pro Familia Leipzig, Egelstr. 4a, 04103 Leipzig
    - Wabe e. V., Kinderschutz-Zentrum Leipzig, Brandvorwerkstr. 80, 04275 Leipzig
    - Wegweiser e.V. Familien- und Erziehungsberatungsstelle, Außenstelle Engelsdorf, Althener Str. 16, 04319 Leipzig
    - Plan L Erziehungs- und Familienberatungsstelle, Breitenfelder Str. 2, 04155 Leipzig
    - Caritasverband Leipzig e. V., Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien, Liliensteinstr. 1, 04207 Leipzig
    - Caktus e.V. Erziehungs- und Familienberatungsstelle, Riemannstr. 32, 04107 Leipzig
    - Fink e.V. Erziehungs- und Familienberatungsstelle „Das Dach“, Sommerfelder Str. 37, 04299 Leipzig

    Angebot der Stadt Leipzig - Amt für Jugend, Familie und Bildung:
    Rietschelstraße 2
    04177 Leipzig

    Telefon: 0341/4152980
    Fax: 0341/41529838
    E-Mail: erziehungsberatungsstelle@leipzig.de

    Die Erziehungs- und Familienberatungsstelle bietet Unterstützung und Beratung für Eltern, Kinder, Jugendliche und andere Bezugspersonen.
    Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten Sie bei individuellen und familiären Problemen sowie Erziehungsschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten, Entwicklungsrückständen und Leistungsschwächen von Kindern und Jugendlichen, Konfliktsituationen in der Schule und Familie, Trennungs- und Scheidungsproblemen sowie bei Fragen zu Adoptiv- und Pflegekindern.
    Die Beratung ist kostenlos, ohne Überweisungsschein und wenn gewünscht, kann sie auch anonym erfolgen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind an die Schweigepflicht gebunden. In der Regel erfolgt die Beratung nach telefonischer Voranmeldung, in akuten Fällen auch ohne Termin.

    Webseite
    Flyer Erziehungs- und Familienberatungsstelle
    Fachplan Erziehungs- und Familienberatungsstellen

    Ergänzend kann auch das Jugendamt Hilfstellungen anbieten, Gespräche führen und Vereinbarungen vermitteln (siehe hierzu den gesonderten Reiter "Jugendamt").
  • Jugendamt Leipzig - Hoheitliche Jugendhilfe
    Naumburger Straße 26
    04229 Leipzig

    E-Mail: ja-51-2@leipzig.de
    Telefon: 0341 123-0
    Fax: 0341 123-4474

    Öffnungszeiten
    Dienstag: 09:00-12:00 Uhr und 13:00-18:00 Uhr
    Donnerstag: 09:00-12:00 Uhr und 13:00-16:00 Uhr

    www.leipzig.de/jugend-familie-und-soziales
  • Muster einer einfachen Elternvereinbarung. Bei Meinungsverschiedenheiten oder Streitigkeiten sollte vor Unterzeichnung einer Vereinbarung eine Eltern-Beratungsstelle aufgesucht werden (siehe Register "Allgemeine Beratungsstellen").

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